Samstagsplausch & Sonntagsglück: Samstagmorgenruhe

Keine Kommentare

Es ist Samstag morgen und ich kann nicht mehr schlafen. Im Grunde ein normaler Zustand bei mir. Ich leide seit unserem Island Urlaub unter seniler Bettflucht. Aber auch durch meinen Job bin ich frühes Aufstehen gewöhnt.

Doch heute ist das anders. Ich habe die Grippe und die letzten Tage unsagbar viel geschlafen. Vermutlich bin ich schon wieder gesund, wenn ihr das hier lest.  Ich kann nicht mehr schlafen und verziehe mich mit dem Inhalator, meiner Bettdecke, Taschentücher, Nasenspray, Wasserglas, Tablet und zwei Katzen ins  Nebenzimmer und fange an zu schreiben.

Es  wird wohl wieder Samstag sein, wenn ihr das zu lesen bekommt. Nur das ich dann wahrscheinlich im Dienst bin. Freie Wochenenden sind für mich was kostbares und der Samstag und Wochenendrituale heilig.

Ich kann nicht mehr schlafen, weil ich die letzten Tage fast nur geschlafen habe und mein Körper mir sagt jetzt reicht es aber mal. Also sitze ich jetzt hier und lasse meinen Gedanken freien Lauf.

Es ist also wie gesagt Samstag. Ich kann nicht mehr schlafen. Auch wenn um mich rum noch alles schläft. Der Blick auf dem Wecker zeigt. Es ist 6.30 Uhr. Viel zu früh um aufzustehen. Aber ich finde es herrlich wach zu sein. Vielleicht hängt das wirklich mit dem älter werden zusammen, das man einfach nicht mehr so viel Schlaf braucht.

Klar könnte ich mich noch mal umdrehen. Würde aber nichts bringen. Also nehme ich mir mein Buch, schalte die Lampe auf dem Nachttisch ein und fange an zu lesen. Weit komme ich aber nicht. Cera ist auf das Bett gesprungen um mir guten Morgen zu sagen. Sie fordert ihre Schmuseeinheiten ein. Wie jeden morgen. Seit sie sich richtig eingelebt hat ist das ein festes Ritual.

Kurz darauf ist eine Bewegung hinter den Gardinen zu sehen. Blacky macht sich bemerkbar. Springt er jetzt von der Fensterbank werden sich die beiden Katzen jagen. Dann ist es mit der Ruhe vorbei. Doch Blacky bleibt liegen. Cera liegt an meiner Seite. Die Regierung schläft. Der Hund auch. Sehr schön. Also kann ich ein bisschen lesen.

Ca. vier Seiten. Dann springt Blacky vom Fensterbrett. Cera läuft zum Fußende, springt runter und kurz darauf jagen die beiden durch die Wohnung. Der Hund hebt nur kurz den Kopf und schläft weiter. Die Regierung auch. Ich frag mich immer wie die beiden das machen. Ich glaube Tiere passen sich ihrer Bezugspersonen an. Und damit ist ja wohl klar das ich die Chefin für die Katzen bin.

Es macht kein Sinn mehr für mich liegen zu bleiben. So ein Mist. Dabei ist das Buch gerade so spannend. Doch zwei sich jagende Katzen, das funktioniert nicht. Die beiden kommen ins Schlafzimmer zurück. Blacky springt aufs Bett und Cera steht fauchend am Fußende. Blacky schlägt nach der Katze. Cera zurück nach dem  Kater und schon rennen die beiden im Schweinsgalopp wieder aus dem Zimmer. Lyla  hat nur mal kurz die Augen bei der Szene aufgemacht und nicht mal den Kopf gehoben. Ihr Herrchen rührt sich immer noch nicht neben mir. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen. Wie macht der das bloß?  Ich stehe auf. Blacky rennt sofort zur Tür von Gartonin. Er will raus. Sehen ob sein Revier noch wie gestern aussieht. Cera bleibt erst mal zur Sicherheit mitten im Zimmer stehen. Sie geht immer noch ungern raus. Nur wenn es richtig warm ist und am besten wenn ich dabei bin.

Ich stehe an der offenen Tür und genieße diese Samstagmorgentliche Ruhe.  Manchmal, wenn ich es bis 8.00 Uhr aushalte höre ich die nahen Kirchenglocken die zur Morgenandacht rufen. Das erinnert mich immer an meine Kindheit auf dem Land.

Wir wohnen ländlich mitten in der Großstadt. Hier ist es eh nicht so hektisch wie in dem Rest der Stadt. Doch am Wochenende ist es fast so ruhig wie früher in unserem Dorf. Ich liebe diese Ruhe am Morgen . Auch wenn ich Wochenddienst habe genieße ich diese Stille. Doch an freien Wochenenden genieße ich das noch viel mehr.

Kein Mensch zu sehen. Nicht mal die Nachbarskatzen sind da. Der Hund von nebenan scheint auch noch zu schlafen. Nur die Vögel zwitschern. Doch sie sind so leise das selbst Earl Grey, unser Minipapagei, nicht mitzwischert. Die Äste in den Bäumen biegen sich leicht im Wind und ich freue mich schon darauf das ich bald wieder meinen Samstagkaffee in der Hängematte trinken kann. Doch noch ist es zu kalt dazu.

Ich überlasse Blacky sein Reich und gehe in die Küche das große Wochenendfrühstück vorbereiten. Ich liebe diese Tage an denen ich Zeit dafür habe. Von der Küche aus beobachte ich wie Cera sich an die Tür von Gartonin setzt. Sie scheint sich nicht sicher zu sein raus zu gehen. Doch ich nehme ihr die Entscheidung ab. Sobald ich anfange in der Küche zu hantieren ist Cera bei mir. Küche bedeutet für sie immer gleich fressen. Immer noch. Und das obwohl sie seit gut 1 ½ Jahren nicht mehr hungern muss. Cera hat eine Zeit auf der Straße gelebt und wäre dort fast verhungert, wenn der Katzenschutzbund sie nicht gerettet hätte.

Der kleine Dickkopf kommt auch gleich in die Küche marschiert. Obwohl sie weiß das sie hier nichts verloren hat, wenn ich koche. Ein Fingerzeig und sie steht an der Tür um kurze Zeit später wieder im Raum zu stehen. Das geht jetzt solange bis ich mit allen Vorbereitungen fertig bin. Blacky ist da anders. Der sitzt brav an der Tür und wartet, denn auch ihn hat das geklappert hereingelockt. Im Rest der Wohnung ist es still.

Ich habe mal versucht die beiden aus der Küche auszusperren. Das war vielleicht ein Drama. Eine Katze an der Tür, eine auf dem Kratztbaum vor der Durchreiche. Ein wahres Katzenkonzert. Seitdem bleibt die Küchentür auf.
Inzwischen ist das Frühstück fertig. Und ich fange an das für die Katzen fertig zumachen. Jetzt werde ich schon mal von mindestens einer Katze angetrieben. Nach dem Motto: Los mach schneller. Wir haben Hunger.
Zumal heute Samstag ist. Und das bedeutet für Blacky und Cera Fisch Tag. Blacky liebt Fisch. Blöderweise gibt es einmal im Monat ein gekochtes Ei und das muss noch gepellt und geschnitten werden. Nun dauert das ganze noch ein paar Minuten länger.

Inzwischen bin ich mit den Vorbereitungen fertig und zwei hungrige Katzen haben sich an mich ran gewagt. So bald die Näpfe endlich an ihren Plätzen stehen herrscht wieder samstägliche Ruhe.

Aus dem Schlafzimmer kommt immer noch kein Mucks. Also verziehe ich mich mit meinem Frühstück, Buch und Strickstück auf das Sofa und genieße die samstägliche Ruhe. Solange ich sie noch habe. Doch so bald die beiden Dachhasen fertig gefrühstückt haben sind sie bei mir auf dem Sofa. Könnt ja sein das da noch was für sie abfällt. Pustekuchen. Das ist mein Essen. Kurze Zeit später ist es mit meiner geliebten Samstagmorgenruhe vorbei. Blacky will kuscheln. Cera spielen. Also schalte ich den Fernseher ein um ein bisschen Streamingdienst nebenbei zu schauen. Inzwischen ist es 10.00 Uhr. Kurz darauf taucht der Hund aus dem Schlafzimmer auf, weil er raus muss. Die Regierung bequemt sich auch aus dem Bett. Willkommen im Samstag.

So oder so ähnlich beginnt bei mir ein freier Samstag bzw auch Sonntag.

Während ich das hier so schreibe frage ich mich woher ich eigentlich dieses Ritual mit dem frühen aufstehen, der Ruhe und dem lesen kenne. Es kommt mir so bekannt vor. Und dann macht es klick in meinem Kopf. Meine Großmutter war auch so ein Mensch. Für sie war es die schönste Stunde am Morgen, wenn es im Haus und auf dem Hof noch ruhig war. Früh aufstehen, lesen, Tiere füttern, Stille genießen und all den kleinen Dingen die für sie zu einem Samstagmorgen gehören. Ich glaube man nennt das auch Zeit für sich selbst haben.

Samstagsplausch und Sonntagsglück