Von 8 Kilometerlauf, alten neuen Bekannten, magischen Bücherfund oder aus dem Tagebuch zweier Büchersüchtigen

Ja, ich weiß das ich gefüllt hundert Beiträge über unser geliebtes Bücherhotel* schon geschrieben habe. Und ich werde es auch nicht müde immer wieder darüber zu schreiben. Man könnte es als Werbung sehen. Indirekt mag das auch so sein. Aber ich mache das, wie alle anderen Gäste,  nur weil ich diesen Ort und auch seine Betreiber echt liebe. Genauso wie die Kronprinzessin eben auch. Betrachtet diesen Blogpost als eine Art Liebeserklärung an unser Lieblingshotel.

Ich habe beschlossen heute mal nicht über die Vorzüge dieses wunderbaren magischen, freundlichen, literarischen Ort zu schreiben. Wer das noch mal lesen will, der kann hier vorbei schauen.

Nein, heute will ich euch mal was über einen typischen Urlaub berichten. Und das dort unvorhergesehene Dinge passieren können, das  kann man wohl schon am Titel sehen.

Doch beginnen wir von vorne. Macht Sinn.

Vorab.

Die Kronprinzessin  und ich sind, meistens jedenfalls, ein Herz und eine Seele. Klar wir sind Schwestern. Von hinten, von vorne, im Dunkeln wie im hellen. Wir klingen sehr ähnliche, haben ähnliche Ansichten und sind auch gleich verrückt. Ihr werdet noch verstehen warum.

Ende März nehmen wir grundsätzlich gemeinsam Urlaub. Erstens weil der Herrscher dann Geburtstag hat und zweitens weil wir dann in den Mädelsurlaub fahren. Zeit nur für uns. Ohne Partner, Familie, Arbeit, Freunde und Tiere. Schwesternzeit eben.

Es ist also Ende März. Allerdings eine Woche später als sonst, weil das mit dem buchen eben nicht so geklappt hat. Manchmal soll das so sein. Warum werdet ihr noch gleich verstehen.

 

Sonntag, Tag 1 Anreise, alte Bekannte, Bücherscheune

Nach dem Mittagessen bei der Königinmutter und dem Herrscher geht es los. Im Kofferraum des Autos vier volle Kisten Bücher zum tauschen. Auf der Rückbank liegt das Gepäck plus die Geschenke für Conny und ihr Hotel.  Ja wir haben wieder mal was fabriziert.

Nach 50 minütiger Fahrt sind wir schon da. Aussteigen, durchatmen und Stille genießen.

Gehen wir gleich ins Gewölbe? Nee ist noch nicht 16.00 Uhr, da ist das Büro noch besetzt.  Von wegen. Ist nicht der Fall. Wiee mans macht macht mans verkehrt.  Also ab ins Gewölbe.  Dort treffen wir Maxi, Tochter von Conny der Hotelbesitzerin, an.  Mit großen hallo, Umarmung, schön das ihr wieder da seit, schön das wir wieder hier sind, beginnt das jedes mal.  Und noch öfter in den nächsten Tagen. Aber nun wird erst einmal eingecheckt. Und klassisch in unser Stammzimmer. Eckzimmer  mit drei Fenstern, eines davon im Bad. Ich glaube ja das alle Hausgäste ein Stammzimmer haben. Finde ich persönlich gut.

 

Da wir uns auskennen geht das ganze ganz schnell. Schnell noch ausgepackt und  dann müssen wir erst mal ins Gewölbe zurück, was zu trinken holen. Doch wir kommen gar nicht bis dort. Der Blick in den Gutsgarten zeigt Conny werkelt dort mit Gästen für den Frühling. Klar es ist zweites Freundewochenende. Hier bezahlen die Leute für’s putzen.

Und wieder heißt es hallo, schön das ihr da seit, wir freuen uns auch. Knuddeln und drücken. Geht’s euch gut? Danke, ja und dir auch?  Zeit für ein kurzer Plausch ist immer. Und wir Posaunen natürlich auch gleich raus das wir Geschenke mitgebracht haben. Was spannendes, was zum spielen und im O Ton, sagen die Kronprinzessin und ich, aber ohne Schokolade.  Conny lacht.

Kurz darauf gesellt sich ein Gast dazu. Hallo, wir kennen uns doch. Ihr wart doch letzten Oktober auch hier. Du bist doch die mit den Buchhandtaschen. Jep, stimmt alles. Yvonne haben wir letzten Oktober kennen gelernt. Das ist hier normal das man sich zu unterschiedlich Zeiten wieder begegnet.

Kommt ihr auch helfen? Nein, sagt Conny, die beiden müssen sich erholen. Aber wir hätten natürlich geholfen, wenn Conny uns gefragt hätte. Ist doch Ehrensache.

Nach dem Plausch holen wir uns dann doch was zu trinken und nun geht es erst einmal in den Eingangsbereich nach Büchern stöbern. Ziel diese Woche nur zwei Kisten voll machen. Doch nach einer Stunde liegen schon für mindestens zwei ein halb Kisten Bücher auf dem Sofa.

Während wir so stöbern geht die Tür auf und ein neuer Gast kommt rein, samt Koffer, liest das Schild. Die Kronprinzessin dreht sich und mein: “ Sie können den Koffer stehen lassen im Gewölbe ist jemand.“  Ich überlege so:  ich glaub das Mädel kennen wir. Bin aber nicht so  sicher, weil die Sonne so blendet. Kurz drauf ist das Mädel wieder da. Jetzt bin ich mir sicher wir kennen uns. Doch bevor ich was sagen kann sagt Kerstin schon das wir uns im Oktober kennen gelernt haben.  Ja Groß Breesen ist ein Dorf.

Nach gut zwei Stunden kommen wir, die Kronprinzessin und ich, zu der Erkenntnis das wir doch schon heute  unsere Kisten aus dem Auto holen müssen und auspacken. Um sie anschließend wieder zu füllen. Alle vier.

Doch bevor wir sie nach oben bringen kommen noch zwei Leute um die Ecke, die wir begrüssen müssen. Torsten, der Hausherr und Connys Mann, und die liebe Liane. Natürlich mit dem geknuddelt und hallo usw.

 

Nachdem wir unsere Schätze nach oben gebracht haben gehen wir erst einmal spazieren.  Die übliche Strecke rechts rum und zurück mit einem Abstecher nach Eulenhausen. Um kurz darauf an der Bücherscheune vorbei zu kommen. Wo Torsten und seine Helfer gerade noch gewerkelt haben. Wir schleichen natürlich Torsten hinterher und dürfen sogar in die noch nicht wieder freigegebene Büchescheune rein. Was dazu führt das wir nicht nur mit Torsten erzählen sondern am Ende mit noch einem Beutel voller Bücher aus der Scheune maschieren und das am ersten Tag.

Jetzt geht es nur noch zum Abendessen mit einer leckeren Brotzeit und am Ende ins Bett zum lesen. Um eine erste Auslese zu treffen was wir wirklich mitnehmen wollen. Doch lange bleibe ich nicht wach.

 

 

 

Montag, Tag 2, vom Frühsport, Geschenken, noch mehr Büchern und Besuch

Ausschlafen ist quasi ein Fremdwort für mich. Doch hier schaffe  ich es mindestens bis 7.30 Uhr. Allerdings habe ich die erste Nacht wieder unruhig geschlafen, denn meine beiden Couchbesetzer haben mir gefehlt. Doch nun bin ich wach, setze mich hin und lese mein Buch.  Die Kronprinzessin rührt sich dreißig Minuten später auch.

Unser Ziel in diesem Urlaub heißt Sport vor dem Frühstück.  Für die Kronprinzessin 30 Minuten  joggen und für mich 30 Minuten Pilates.

Auf meine Frage: Sport? Kommt nur: Heute nicht. Irgendwie sieht  die Kleene auch verschnupft aus. Ich ziehe mich allerdings an, schnappe mir meine Yogamatte und mein Tablet mit den Hörbüchern und gehe raus auf den Balkon.

Die Luft ist recht kalt, aber die Sonne scheint. Die Spatzen schilpen ihr Lied und in der Ferne hört man Kraniche rufen. Vermischt mit der Vorleserstimme meines Hörbuchs absolviere ich meine Übungen. Allerdings nur zwanzig Minuten.  Es ist einfach noch zu kalt draußen.

Ich bin fast fertig als die Kronprinzessin um die Ecke kommt und verkündet doch joggen zu gehen.

Und so kommt es das wir zum ersten mal erst um 9.30 Uhr zum Frühstück runter in den gelben Salon gehen. Dort werden wir schon Nicole mit dem Satz begrüßt: Ich dachte schon ihr kommt gar nicht mehr. Danach geht das übliche geknuddelt und hallo wieder los.

Conny haben wir auch schon in ihrem Büro begrüßt. Wir hatten gerade mit unseren Frühstück begonnen als auch Torsten erscheint und so beschließen wir das Frühstück zu unterbrechen und erst einmal die Geschenke zu verteilen. Die Kronprinzessin holt den Autoschlüssel um die Geschenke zu holen.

Und nun geht es los. Als erstes die Bärlauch Pflanze von der Nachbarin unserer Eltern, eine Schreibfeder von der Kronprinzessin für Conny persönlich, denn sie schreibt noch Briefe per Hand. Was ich wunderbar finde. Und  dann kommt der Knüller unser selbstgebasteltes Gesellschaftsspiel: MORD IM BÜCHERHOTEL.  Die Idee dazu entstammt im letzten Jahr als Torsten mit der Rohrzange an der Kronprinzessin vorbei lief.

Wir erklären das ganze grob und die beiden meinen wir sind verrückt. Immer wieder kommen wir mit so einer Geschichte um die Ecke. Aber sie freuen sich. Welches Hotel hat schon sein eigenes Spiel wo die Angestellten die Figuren sind.

Danach gehen wir erst einmal zu Ende frühstücken. Um kurz darauf doch noch einen kurzen Plausch zu halten. Doch weit kommen wir nicht, denn Pia und Kerstin kommen um die Ecke. Und wieder ist das Begrüssungsrital fällig. Ich komme mir immer wie bei einem Familientreffen vor. Aber das ist hier eben alles echt und persönlich.

Danach wollen wir eigentlich in die Bibliothek.  Doch kaum sind wir da kündigt sich schon mein Besuch, eine ehemalige Kollegin von mir, die um die Ecke wohnt, an. Und somit gehen die Kronprinzessin und ich bis zum  Nachmittag getrennte Wege. Sie in der Büchetscheune und ich mit der Kollegin. Mittag essen wir zusammen im Gutsgarten. Das Wetter ist schön und der Tag schnell rum. Nach dem meine Kollegin wieder gefahren ist gehen wir dann noch eine Runde spazieren und anschließend Abendessen. Erst danach haben wir wirklich Zeit unsere Bücherschätze zu sortieren. Die Kiste der Kronprinzessin läuft schon über. Kein Wunder nachdem sie heute einen ganzen Beutel voll noch aus der Scheune geschleppt hat. Ich bin dafür heute leer ausgegangen.

 

Dienstag, Tag 3, Schnupfen, Ingos Soljanka, lesen und nichts tun

Der nächste Tag startet nicht ganz so gut für die Kronprinzessin. Irgendwas brütet sie was aus. Deshalb beschließt sie nicht laufen zu gehen. Dafür aber ich. Die Luft ist herrlich klar. Aber auch eiskalt. Doch mein Hörbuch verkürzt mir die Zeit. Auch wenn ich den Sprecher für schlecht halte. Das Thema rettet den Lauf. Kaum bin ich zurück stelle ich fest das die Kleene doch eine Runde Yoga macht.

Nachdem Frühstück, mit Yvonne und Kerstin, beschließen wir uns in die Bibliothek zu setzen und zu lesen. Einfach mal nichts tun. Außer lesen und stricken.

Mittags beschließen wir dann einen Spaziergang zu machen. Ich komme bloß bis zur Bücherscheune. Die Kronprinzessin geht lieber spazieren. Ihr ist es zu kalt in der Scheune. Heute schleppe ich einen Beutel voller Bücher raus.

Den Rest des Tages verbringen wir mit lesen. Abendspaziergang und Gesprächen mit Kerstin und Liane. Letztere serviert uns zum Abendessen Ingos Soljanka. Die weltbeste Soljanka wie die Kronprinzessin sagt. Sie bekommt auch noch mal einen Nachschlag von Ingo persönlich. Und der freut sich über das Lob. Außerdem  schwärmen  wir so sehr von seiner Soljanka das Kerstin sich gleich was für den kommenden Tag reserviert.  Ich bin nach einem Teller satt. Aber ist ja auch kein Wunder. Nachmittags gab es ja auch wieder einen Quadratlatschen von dem Hausgemachten Kuchen.

 

 

Mittwoch, Tag 4, 8 Kilometerlauf und Conny Wunderland

Ich habe Rückenschmerzen. Habe ich grundsätzlich bei Hotelbetten. Und die Erkältung der Kleenen  dümpelt vor sich hin. Und so fällt Sport heute aus.

Beim Frühstück treffen wir Sandra. Die hat heute zum ersten mal in dieser Woche Dienst. Man begrüßt sich wie Tage zu vor quatscht ein bisschen und dann wird gefrühstückt.

Wir beschließen heute etwas früher spazieren zu gehen. Auf dem Weg entschließen wir uns spontan nach Bellin zu gehen. Das wollten wir schon immer mal machen. Von Groß Breesen bis Bellin sind es vier Kilometer durch den Wald vorbei an Feldern. Und diesmal schaffen wir das auch. Auf unserem Weg sehen wir Kraniche, Vogelscheuchen und sogar einen Fuchs.  Wir sind Landkinder und brechen deshalb nicht in Euphorie aus. Freuen uns aber doch.

 

In Bellin angekommen bin ich schon ein Stück stolz das ich soweit geschafft habe. Wenn  der Rückweg nicht wäre und es plötzlich nicht so warm. Aber was hilft da muss ich jetzt durch.

Am Ende sind wir acht Kilometer und 13000 Schritte gelaufen. Haben unterwegs Klamotten getauscht und ausgezogen, weil es doch plötzlich sehr schwül war.

Jetzt wollen wir nur noch sitzen, essen und trinken. Da es warm ist ziehen wir mit Strickzeug und Büchern nach draußen und prompt fängt es an zu tröpfeln . Wir beschließen in Conny Wunderland umzuziehen. Als wir gerade rein gehen kommt  Kerstin uns entgegen. Die ist heute im Hotel geblieben. Wir nehmen sie mit runter. In Conny Wunderland kommt nicht jeder. Dort steht Connys  private Buchsammlung verteilt über vier Räume. Ein Wohnzimmer mit Kinderbüchern, ein Esszimmer, eine Art Herrenzimmer und eine Orginal Buchhandlung.

Wir holen uns den Schlüssel bei Conny und bestellen uns noch bei Maxi Essen und Trinken. Suppe, Salat, Kuchen,  Wasser, Kaffee und Saftschorle. Ja so ein Marsch macht hungrig.

Kerstin ist zum ersten mal im Wunderland und total begeistert. Wir immer noch, wie beim ersten Mal.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit stöbern nach Titeln und lesen. Es ist schneller Abend als man denkt.

Später treffen wir uns im Gewölbe zum Essen wieder. Jetzt sitzen wir an einem Tisch. Heute sind sehr wenig Gäste da und alle zur gleichen Zeit im Restaurant.  Und so kann die Küche auch mal früher Feierabend machen. Kommen ja noch im Laufe des Jahres andere Zeiten.

Der Abschluss des Abends wie immer eine Runde lesen im Bett.

 

Donnerstag, Tag 5, Sonne, Bücher und ein Tag im freien, Dinner Teil 1

Ich habe es befürchtet. Ich habe Muskelkater und deshalb bin ich heute auch schon vor dem Frühstück fertig.

Das Wetter ist so fantastisch das wir heute einen Lümmeltag auf der Liege im Gutsgarten machen. Mit Bücher, Decken, Unterlagen, Sonnenbrille, Strickzeug und Polnisch Lernkurs geht es raus.

Am Anfang ist es noch sehr kühl. Doch je weiter der Tag voran schreitet wird es so warm das wir den großen Sonnenschirm aufspannen, weil wir Schatten brauchen.

Und wie das so ist treibt es noch mehr Leute raus und man kommt ins Gespräch.

Selbst Mittag essen wir draußen. Wie gesagt hier stört sich niemand daran.

Gegen Abend stößt Kerstin zu uns, die wieder mit ihrem Rad unterwegs war.

 

Die Kronprinzessin und ich, wir haben heute unser Dinner im Weinkeller und nehmen Kerstin spontan mit.

Da hier ein Dreigangdinner doch echt übig ist teilen wir das auf zwei Tage auf. Heute gibt es die Vorspeise aus panierten Pilzen, Salat und Brot mit einem echt leckeren Dressing. Und als Nachtisch den Apfelstrudel. Diesen reserviert Kerstin sich gleich für morgen.  Es wird noch ein netter Abend zwischen den Weinflaschen.

Warum vergeht hier die Zeit so verdammt schnell? Übermorgen müssen wir schon  wieder abreisen.

 

 

Freitag, Tag 6, Faulenzer, Dinner Teil 2 und Abschiedsdrink

Unser letzter richtiger Tag hat angefangen. Und nach dem Frühstück landen wir ganz kurz in der Bibliothek.  Dort steht ein Buch auf dem Tisch, das schon ganz lange auf meiner Liste steht. Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe. Wie oft habe ich vor dem Buch gestanden und es doch nicht gekauft,  weil der Bücherberg so hoch war. Jetzt nehme ich es mit. Das soll so sein.

Den Rest des Tages verbringen Kerstin, Shirley und ich im Gutsgarten. Das Wetter ist herrlich,  wir haben unsere Bücherkisten schon ins Auto gepackt und wollen nur noch lese, quatschen und Stille genießen. Liane verwöhnt uns mit leckerem Essen. Wir schìeßen noch ein paar Fotos.  Und gegen Abend gehen wir auf unser Zimmer und packen unsere Sachen zusammen. Ein letzter Spaziergang durch den Wald.  Und dann geht es zum zweiten Teil unseres Dinners.

Heute gibt es die Hauptspeise.  Für die Kronprinzessin gibt es Schwein und Pilze. Für mich Fisch und Nudeln. Ich esse lieber Fisch, Shirley eben Fleisch. Aber für Ingo ist das kein Problem.

Zum Abschluss gönnen wir drei Mädels, ja Kerstin ist mit dabei, noch einen Abschiedscocktail .  Wir verabschieden uns schon heute von Liane.  Wenn ihr Dienst, morgen,  beginnt sind wir schon längst wieder in Rostock. Und dann geht es ab ins Bett.

 

 

Samstag, Tag 7, Von Abschied, einer neuen Bücherhotelgruppe und die Magie der Bücherscheune

Der letzte Tag ist angebrochen. Heute schmeißt uns Conny raus. Alle. Nicht nur Kerstin, Shirley und mich. Alle müssen Heim fahren. Nicht weil wir was angestellt haben. Nein, weil zwei Hochzeitsgesellschaften und ein Geburtstag das Haus komplett ausgebucht haben. Schade für uns. Gut für das Hotel.

Als wir gegen neun runter kommen herrscht schon eine gewisse Aufbruchstimmung. Die ersten sind am abreisen. Eine Familie checkt gerade aus. Und auch wir bringen unser Gepäck schon mal ins Auto. So das Kerstin und Pia gleich nach dem Frühstück, wenn wir den Rest geholt haben zum sauber machen ins Zimmer können.

Am Frühstücksbuffet trete ich auf Conny. Mädels ist die Zeit schon wieder rum. Ja, leider. Die vergeht bei Dir immer so schnell. Am liebsten würde ich fragen warum Conny immer an den Uhrzeigern dreht. Hier rennt die Zeit jedes mal.

Wir sitzen ein letztes mal mit Kerstin am Frühstückstisch und beschließen Telefonnummern zu tauschen. Auch so ein Phänomen hier. Plötzlich hat man neue Facebookfreunde oder steckt in einer Whatapp- oder Facebook Gruppe. Wir sollen dahingegen heute auch noch eine Überraschung erleben. Aber dazu später mehr.

Ein letztes Frühstück, ein letzter Plausch und ein letztes mal aufs Zimmer das restliche Gepäck holen. Ein letzter Blick ob wir nichts vergessen haben und dann geht’s runter.

Kerstin ist schon am bezahlen. Um uns rum wuselt schon die grüne Hochzeitsgesellschaft und ein Teil der goldenen.  Plötzlich ist Conny verschwunden. Wir haben Zeit und sehen das nicht so verbissen. Statt dessen schleichen wir wieder um die vielen Kisten mit Büchern herum. Und da  liegt es. Das Buch “ Der Hundertjährige der aus dem Fenster sprang und verschwand“. Es gibt wohl kaum ein Büchernarr der es nicht gelesen hat.  Und so entbrennt eine Diskusion. Plötzlich sagt Kerstin das sie sich den zweiten Teil dazu noch kaufen will. Die Kronprinzessin kommt um die Ecke und meint: Das brauchst du nicht. Das habe ich in der Büchetscheune gesehen.

Ich schaue in Richtung Tür.  Conny ist noch nicht zu sehen. Los wir gehen noch mal schnell hin. Die fünf Minuten haben wir auch noch. Shirley weiß zwar nicht genau wo sie das Buch gesehen hat. Nur so ungefähr. Rechte Seite auf Augenhöhe.

 

Wir stellen unsere Taschen in Connys Büro. Ich sag noch schnell Pia Bescheid und dann sind wir auch schon in der Scheune. Und finden das Buch nicht. Ein wenig enttäuscht ziehen wir wieder ab. Dann liegt es wohl doch im verschlossenen Teil, meint meine Schwester. Erzähl Conny davon. Schlage ich vor. Wenn das Buch wieder rein kommt hebt sie es dir auf. Das macht sie für einige Leute. Die haben hier schon ganze Fächer.

Wir sind wieder im Gutshaus. Conny schaut um die Ecke und fragt ob wir noch Zeit haben, weil sie noch mit der Hochzeit zu tun hat.  Klar kein Problem.  Torsten stößt im gleichen Moment zu uns. Mädels kommt mal mit. Ich habe da noch eine Aufgabe für euch. Zieht euch warm an.

Sehr lustig. Draußen herrschen 20 Grad. Und das im April. Wir folgen Torsten Richtung Bücherscheune und es ist schnell klar wo wir hingehen. In den verschlossenen Teil. Nur wir drei. Und niemand sonst darf da rein. Toll.

Wir fangen an zu suchen. Was heißt suchen. Eigentlich schauen wir nur. Mitnehmen wollen wir nichts mehr. Die Autos sind beide voll mit Büchern. Doch bald ist der Vorsatz vergessen und wir Streifen durch die Regale. Sätze wie: Ich habe hier ein Buch für Mutti. Hat sie das schon? Kerstin kennst du den Autor? Shirley hier wäre was für Jette. Die Fantasiefiguren können auch was. Kerstin die Autorin kann ich dir empfehlen. So Streifen wir durch die Regale und haben unseren eigentlichen Grund vergessen.

Und dann passiert es die Magie des Bücherhotel setzt sein. Ich stehe wohl in der vierten Regalreihe und schaue mir Buchrücken an. Da sticht mir ein gelber Buchrücken mit rötlicher Schrift ins Auge. Die Analphabetin die le… weiter komme ich nicht. Meine Hand hat automatisch nach dem Buch gegriffen. Mädels ich habe es. Rufe nur in den Raum. Aus zwei anderen Richtungen kommt nur: Echt? Echt. Keine Ahnung wer sich mehr gefreut hat. Ich glaube ja das dies einer dieser magischen Momente im Bücherhotel war. Wie schon so oft bei vielen anderen. Wenn ihr mal hier seit lasst euch unbedingt ein paar dieser Geschichten von Conny oder Torsten erzählen.

 

Am Ende sind wir dann noch mit einer halben Kiste Bücher aus dem verborgenen Teil der Scheune gegangen.  Inzwischen ist Conny da. Wir erzählen ihr die Geschichte und Conny lacht nur.

Bevor Kerstin bezahlt tauschen wir noch schnell Telefonnummer und beschließen eine Whatsapp Gruppe aufzumachen, denn wie schon bei vielen anderen Gästen haben auch wir unsere festen  Zeiten zum Urlaub machen. Und warum nicht wieder gemeinsam. Und die Gruppe gibt es jetzt wirklich. Abend, zu Hause, habe ich dann Zeit gefunden die Gruppe zu eröffnen.

Jetzt checken wir wirklich aus. Kaufen noch schnell ein paar Sachen aus der Buchbar. Und dann hieß  es Abschied nehmen für dieses Jahr.  Oder doch nicht? Man kann nie wissen wann man zum Hörer greift und Conny für einen spontanen Urlaub anruft.

 

* Dieser Beitrag enthält Werbung für das 1. BÜCHERHOTEL DEUTSCHLANDS und ist ohne Auftrag.

 

Samstagsplausch & Sonntagsglück