Mein Leben mit Herr Fuchsberger und Miss la: Blacky Fuchsberger- der Kater aus dem Tierheim

Ein der mir am häufigsten gestellten Fragen ist: Warum eine Katze aus dem Tierheim? Meine Gegenfrage dazu lautet immer warum nicht?

Die Antwort die am häufigsten dann fällt erschreckt mich dann immer wieder. Na ich weiß doch nichts über deren Vergangenheit. Oder wer weiß wie der Vorbesitzer das Tier behandelt hat.

Ernsthaft? Das ist ein Grund um zum Züchter zu fahren? Überteuerte Tiere zu kaufen? Wo das Muttertier als Zuchtmaschine missbraucht wird. Um den Wohlstand des Besitzers zu fördern. Wo man für ein Tier mit Gendefekt auch noch überteuert Preise verlangt. So der Trainerin meiner Mutter passiert. O man, das ist doch nicht euer ernst? Und woher kommt zum Fuchs nur das Vorurteil gegen Tierheimtiere?

Um mal eins klar zu stellen. Nicht alle Heimtiere haben eine Vergangenheit. Einige werden dort sogar oder in einer Tierauffangstation geboren und weil man sie nicht vermittelt bekommen hat ins Tierheim gegeben. So übrigens auch geschehen bei mein Blacky Bärchen. Er hat also keine Vergangenheit.

Und nicht jedes Tier aus dem Tierheim ist geschlagen, gequält oder ausgesetzt worden. Viele Tiere werden einfach auch abgegeben, weil man sie sich nicht mehr leisten kann, das Interesse verloren gegangen ist, die Lebensumstände sich geändert hat oder der Besitzer gestorben ist.

Klar sind die Tiere misstrauisch und auch ängstlich. Wie würden wir uns fühlen wenn man uns in ein Heim abschiebt, der Mensch auf den wir uns verlassen haben uns verlässt ohne zu begründen warum? Wir plötzlich eine neue Familie bekämen? Na, klingelt da was? Schon beim schreiben bricht mir das Herz, wenn ich nur darüber nachdenke.

Tierheimtiere sind nicht schlechter oder besser als Tiere vom Züchter oder Bauernhof. Sie brauchen schlicht und ergreifend mehr Liebe, Aufmerksamkeit, Fingerspitzengefühl und Geduld.

Wer natürlich ins Tierheim fährt und das Tier nur nach dem Niedlichkeitsfaktor aussucht ohne die Lebensumstände des Tieres und die eigen zu berücksichtigen der kann natürlich die verrücktesten und schlimmsten Sachen erleben. So geschehen in meiner Familie. Die Katze landete am Ende wieder im Tierheim. Das ich in so einem Fall dann einen dicken Hals habe ist ja wohl klar. Eine Katze sollte nicht zum Sofa oder der Einrichtung passen sondern zu den Lebensumständen.

Blacky und Cera sind zwei grundverschiedene Katzen mit einer unterschiedlichen Geschichte. Cera ist der Klassiker in Sachen Traumatier. Worüber ich ja schon berichtet habe.

Blackys Umstände sind ganz anders. Wie schon erwähnt kam er von einer Tierauffangstation ins Tierheim und von dort zu mir. Auch in ihm stellte sich im Nachhinein heraus das er ein Rassekatzenanteile in sich birgt. Ein Bombay. Und auch dieser Anteil überwiegt in ihm. Er war von Anfang an tiefenentspannt und hat innerhalb von 24 Stunden die Wohnung erobert. Überhaupt ist er sehr entspannt und ruhig. Cera ist dagegen eine wilde Hummel. Er genießt sehr meine Nähe. Sucht aber auch gerne die Ruhe. Er ist misstrauisch. Doch wenn er jemanden kennt und lieb gewonnen hat dann liebt er diese Person Bedingungslos. So geschehen bei meiner Freundin Ann. Die ich gerne als seine Patentante bezeichne. Blacky ist überhaupt ein schlauer. Ein nein heißt nein. Und das weiß er auch. Aber er weiß auch wie er mich um den Finger wickeln kann.

Blacky ist pflegeleicht. Während man bei Cera immer wieder das Traumatier zu spüren bekommt. Doch zurück geben? Kommt gar nicht in Frage. Auch wenn ich, wenn die Prinzessin mal wieder was angestellt hat, tottere. Ich mehr Arbeit habe als geplant. Aber so ist das halt mit einem Traumatier. Tiere merken sich alles. Ob gut oder böse.

Erst neue war das Tierheim wieder bei uns in der Einrichtung. Ich kenne den Kater den die Damen mitbringen schon seit 10 Jahren. Wann immer Sie kommen und ich im Haus bin bringe ich Leckerlis für ihn mit. Drei Jahre habe ich Kater Brösel nicht mehr gesehen. Als ich am ersten Oktober wieder sah lief er auf mich zu und erzählte mir die ganze Zeit was. Er wich mir nicht von der Seite wollte nicht zu den Bewohnern und blieb die ganze Stunde auf meinem Schoss sitzen. Ich habe ihn die ganze Zeit gestreichelt. Und als ich kurz abgeben musste, weil ich was erledigen musste kam er sofort zu mir zurück. Er hat mich nicht vergessen. So wie ich ihn auch nicht.

So ähnlich ist es mit Cera auch. Nachdem sie gemerkt hat das sie nun endlich ein Zuhause gefunden hat, da hat sie mir, fast, bedingungslos vertraut. Ein Rest Misstrauen wird immer bleiben.

Blacky und Cera sind zwei grundverschiedene Katzen mit unterschiedlichen Vergangenheiten, aber sie sind bedingungslos in ihrer Liebe. Tierheimtiere sind also nicht schechter als alle andere Tiere. Im Gegenteil sie sind viel dankbarer. Sie brauchen eben viel mehr Geduld und Liebe von uns, damit sie uns vertrauen. Ich würde es immer wieder so machen und mein Tier aus dem Tierheim holen.

Samstagsplausch und Sonntagsglück

6 Kommentare zu „Mein Leben mit Herr Fuchsberger und Miss la: Blacky Fuchsberger- der Kater aus dem Tierheim

  1. Scooby kam aus einem Tierheim. Sie hatten seine Krankenakten. Sein Besitzer konnte sich nicht mehr um ihn kümmern. Das war mir traurig. Als er nach Hause kam, hatte er viele Krankheiten. Ich habe sie alle behandelt. Ich denke, er wäre nirgendwo anders als hier glücklicher. Er ist eine sehr gute Katze.
    LG Greg

  2. Wir haben drei Katzen. Die Wiss (sie ist schwarz mit weissen Flecken und die Schwester der verstorbenen Die Schwarz, die nur ein weisses Schnäuzchen hatte). Die beiden kamen als kleine Katzen vom Bauernhof zu uns. Ich habe mir geschworen, NIE mehr kleine Katzen vom Herbstwurf zu haben, weil diese ihre Kindheit und Pubertät im Winter im Haus, in der Stube, unterm Teppich …. haben. Unsere anderen zwei Katzen haben wir aus dem Tierheim, weil ich eben keine jungen mehr wollte. Eigentlich wollten wir nur eine Katze, aber weil es Geschwister sind, haben wir beide genommen. Sie waren zwei Jahre alt, also auch noch relativ jung und aktiv. Mittlerweile sind sie ruhiger geworden. Sie haben eine Vergangenheit: Sie fressen total hastig, schnappen sich ein Bröcklein und verschlingen es dann neben dem Teller, total wachsam. Die beiden können nicht nebeneinander fressen, das heisst, wir stellen das eine Geschirr immer in den Flur hinaus, schliessen die Tür, so dass wenigstens Lola einigermassen in Ruhe fressen kann. Aber schlimm finde ich das nicht, ist einfach so. Offenbar hatten die beiden immer einen Kampf ums Fressen.

    Für die Katzen mussten wir bezahlen, nämlich Impfung, Chippen und einen solidarischen Beitrag ans Heim. Das machen sie auch so, weil sie vermeiden wollen, dass Katzenquäler Katzen abholen oder die Tiere für Tierversuche missbraucht werden. Liebe Grüsse von Regula

    1. Was Du meinst ist die Schutzgebühr. Die zahlst Du bei allen Tierschutzvereinen. Sie variiert je nach Verein. Im Tierheim geht das nach Geschlecht und Tierart. Ein Hund kostet wesentlich mehr als eine Katze. Es richtet sich auch danach ob das Tier kastriert ist oder nicht. Beim Katzenschutzbund zahlt man immer die gleiche Summme. Zum Katzenschutzbund werde ich auch mal einen separaten Beitrag schreiben. Aber erst im kommenden Jahr. Dort ist das Verfahren noch anders als im Tierheim.

    2. Ja, kann sein. Wir haben die Büsi von der Tierhilfe, die evt. vom Tierschutzverein unterstützt wird, aber privat ist. Jedenfalls nicht weit weg, von wo wir wohnen. Liebe Grüsse von Regula

    3. Solche Organisationen sind immer private Vereine. Sie unterstützen sich gegenseitig und leben von Spenden, Patenschaften und Ehrenamt. Ich unterstütze den KSB und das Tierheim auch.

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