Persönliches

Es weihnachtet sehr: Weihnachtserinnerungen oder Adventskalenderliebe

Wer mich gut kennt, der weiß das ich mit Weihnachten nicht mehr viel am Hut habe seit dem Tod meines Lieblingsmenschen. In gewisserweiße war sie meine Seelenverwandte oder ich ihre. Kein Wunder ich war ihr erstes Enkelmädchen. Doch sie musste mich ausgerechnet an meinem Lieblingfest verlassen. Das Fest das mir am meisten Freude machte. Und so weit es mich betraf starb Weihnachten mit ihr.

Sicher würde sie jetzt sagen das sie das nicht gewollt hat. Oder : Mädchen das Leben geht auch ohne mich weiter. Klar tut es das, aber ohne sie macht es mir keinen Spaß mehr. Ich muss mir kein Wochenende im November und Dezember für sie frei halten um mit ihr einkaufen zu gehen, die Geschenke zu verpacken. Sogar mein eigenes. Ich höre sie immer noch sagen. Das du das so kannst Sanni. Bei mir würde das furchtbar aussehen. Am Ende habe ich sogar den Baum geschmückt. Das habe ich immer sehr gern gemacht. Im übrigen auch bei meinen anderen Großeltern. Und als Kinder haben die Kronprinzessin und ich oft einen Tag vor Heiligabend den Baum zu Hause geschmückt. Man gab es da Ärger, weil wir die heiligen Kugeln der Königinmutter angefast haben. Das waren echte Kostbarkeiten.

Doch das alles ist in gewisserweiße Geschichte. Meine Großeltern Leben alle nicht mehr. Ich muss also nicht mehr quer durch die Stadt bzw aufs Land zum Baum schmücken fahren. Oder Geschenke besorgen. Und wir fahren auch nicht mehr zum Kartoffelsalat und Sauerfleisch essen quer durch die Stadt. Was heute ganz praktisch wäre, weil ich nur zwei Querstraßen von der alten Wohnung meiner Großeltern lebe. Und wir verbringen auch keinen Tag mehr mit der ganzen Familie auf dem Land. Wo wir Ellenbogen an Ellenbogen mit der ganzen Sippe auf der Veranda gesessen haben um Gans oder Ente zu essen. Für den heutigen Herrscher gab es immer Rouladen, weil er kein Geflügel mag. Und das obwohl er auf einem Geflügelhof groß geworden ist.

Nun bin ich ganz vom Thema abgekommen, eigentlich wollte ich was anderes erzählen. Wie schon gesagt mit meinem Lieblingsmenschen starb auch Weihnachten. Sie muss es wohl geahnt haben, den eine Liebe hat sie nicht mitgenommen. Die Liebe zu Adventskalender. Ja ich liebe sie. Alle, egal wie verrückt sie sind. Ich finde die Idee großartig das es sie gibt. Und ich danke dem Kind noch heute das seine Mutter genervt hat wann denn nun endlich Weihnachten ist und sie auf die Idee mit dem Kalender kam.

Ich konnte es als Kind gar nicht abwarten bis der erste Dezember kam und ich das Türchen meines Kalenders öffnen durfte. Die Schokolade meiner Kindheit war nicht die beste. Aber ich war viel zu gespannt auf das Motiv darauf. Und erst dann war die Schoki wichtig. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Kalender aus dem „Westen “ eine Tante brachte ihn mit. Ich fand ihn so schön. Überhaupt liebte ich die bunte Bildchen auf den Kalender. Stundenlang konnte ich davor sitzen und mir irgendwelche Geschichten zusammenspinnen. Ich glaube ich habe mir ein paar mal gewünscht in den Szenen zu sein.

Den besagten ersten Westkalender hat die Königinmutter übrigens aufgehoben und nächstes Jahr selber mit geschmolzener Schokolade gefüllt. Ihr könnt euch sicher denken das die nicht so toll geschmeckt hat.

Selbst als Teenies bekamen wir Mädels noch Kalender. Und ich habe mich immer noch gefreut.

Dann kam die Wende und mit ihr all die tollen Adventskalender. Ich fand es einfach nur großartig das es auch Adventskalender gab die nicht mit Schokolade gefüllt war. Schmuck, Kosmetika, Tee, Kaffee. Es gibt wohl nichts was es nicht gibt. Meine Favoriten sind aber immer noch literarische Kalender und die mit Rezepten und Bastelanleitungen. Ja selbst die Online Adventskalender für DIY Tutorials finde ich großartig.

Ich kann mich immer noch dafür begeistern. Meine Liebe zu den Dingern geht so gar so weit das meine Couchbesetzer einen eigenen Adventskalender haben. Und die beiden wissen ganz genau was das bedeutet. Allerdings habe ich ihnen einen selbst gebastelt. So das ich ihn jedes Jahr wieder füllen kann und zwar mit den Sachen die sie mögen und fressen dürfen.

Eine Sache hat mich schon immer genervt, das man nach Weihnachten die Adventskalender entsorgen musste. Sicher auf den meisten Adventskalender war eine Bastelanleitungen, aber auch die landete am Ende im Mühl.

Vor ein paar Jahren fing ich dann an meinen ersten Adventskalender selber zu basteln. Und der kam so gut an, das ich damit weiter machte. Sie werden heute jedes Jahr wieder gefüllt bzw als Deko eingebunden. Inzwischen stelle ich sie das ganze Jahr über her, weil sie oft zu Hochzeiten, Geburten und runden Geburtstagen verschenkt werden. Und jeder Kalender sieht anders aus.

Mein aufwendigste Adventskalender war übrigens ein Nähprojekt für die Kronprinzessin. Mein persönlich teuerster Kalender, den ich je bekommen habe war von einer britischen nachhaltigen Kosmetikafirma. Mein Lieblingskalender ist das Schaukelpferd.

Und falls ihr euch jetzt fragt was aus all meinen Kalender geworden ist. Nun die meisten habe ich noch. Also die in Buchform und ich hole sie jedes Jahr wieder hervor. Und liebe es jedes Jahr aufs neue sie aufzublättern.

Doch eine Frage stellt sich mir dann doch als Adventskalenderjunkie. Warum nur zu Weihnachten? Warum nicht das ganze Jahr? Warum nicht jeden Monat einen Kalender öffnen? Ja sicher es sind nur 24 Türchen. Aber dann hat man eben sieben Tage Zeit sich auf einen neuen Kalender zu freuen.

Vielleicht sollte ich das mal in Erwägung ziehen und daraus eine Jahreschallenge machen und am Ende einen Post schreiben. Was meint ihr?

Und damit endet der vorletzte Blogpost in diesem Jahr.

Samstagsplausch und Sonntagsglück

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5 Kommentare

  1. says:

    Der Adventskalender stammt aus dem rauen Haus in Hamburg, einem Waisenhaus für Jungen – Johann Hinrich Wichern ließ 1839 einen Kranz aufhängen mit 20 weißen und vier roten Kerzen, um ihnen den Advent zu verkürzen und sie zum Rechnen zu animieren…

    1. says:

      Das ist eine von vielen Geschichten vom Ursprung des Adventskalender.

  2. says:

    Mach’s doch! Und jeden Monat ein anderes Thema. 🙂

  3. Hallo Sandra,
    Es ist ein wunderbarer Einblick in Ihr heutiges Leben. Die Weihnachtszeit ist nicht dasselbe für mich, denn ich bin alt, und alle, die älter sind als ich, haben diese Welt verlassen. Die großen Feierlichkeiten sind vorbei. Ich habe schöne Erinnerungen an sie und Fotografien. Ich habe mich für deine Liebe zu den Adventskalendern interessiert und bin froh, dass du sie behalten hast. Sie sind sehr attraktiv und clever gemacht. Ich habe die Fotos viel genossen.
    LG Greg

  4. mirawunder says:

    Liebe Sanni, eben erst las ich deine Geschichte zu Weihnachten und den Adventskalendern und stelle fest, wie ähnlich unser beider Geschichte ist, denn auch ich hatte nach dem sehr frühen Tod meines Vaters ein gestörtes Verhältnis zu Weihnachten und auch ich bin regelrecht versessen auf Adventskalender. Falls du es nachlesen magst, hier ein Link, wo ich genau darüber erzählt habe
    https://www.besinnlich.de/2019/11/16/samstagsplausch-16-11-2019/
    Und noch etwas haben wir zwei gemeinsam, nämlich die Überlegung, nicht nur zu Weihnachten einen Kalender zu erstellen. Als ich noch diese Geschichten-Kalender schrieb, dachte ich immer, dass die Vorfreude auf den Frühling auch einen Kalender verdient. Und ich überlegte mir, dass man die 40 Tage der Fastenzeit mit einer Fortsetzungsgeschichte füllen sollte. Geschafft habe ich es bisher noch nicht, eine solche Geschichte zu schreiben, aber darüber nachgedacht schon öfter. Deshalb finde ich auch deine Idee mit der Challenge richtig gut und bin sehr gespannt darauf, falls du sie wirklich umsetzen magst.
    Nun grüße ich dich herzlich und freue mich, bald wieder von dir zu lesen
    die Mira

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