Küche

Gemüsedurcheinander (Eintopf) oder warum ich das Wort Soulfood ganz schrecklich finde

Wenn man in den letzten Wochen aus dem Fenster geschaut hat, dann war das Wetter grau in grau bis dunkel. Für viele ist das ja eine echte Katastrophe und überrascht sie, wenn die Weihnachtsdeko weg ist, immer wieder aufs neue.

Ich finde das ehrlich gar nicht so schlimm. Für mich bedeutet das auch mal ohne schlechtes Gewissen ab auf die Couch mit Strickzeug, Hörbuch oder Buch.

Klar gefällt mir die Welt in bunt auch viel besser, aber es ist nun mal so wie es ist. Doch eines können wir uns bunt machen unser Essen, denn Gemüse und Co bleiben auch im Winter bunt.

Viele reden ja gerade im Winter immer von Soulfood. Ehrlich gesagt hat das Wort für mich eher was negatives. Seelenessen? Kann man mit Essen eine Seele streicheln? Klar kann ein Gericht eine Erinnerung auslösen gut wie auch negative. Aber streichelt man damit wirklich die Seele? Wohl eher nicht. Ich habe ja im letzten Jahr mit Hilfe eines gewissen Programms 20 Kilo abgespeckt. Und wenn ich eines in der Community in den sieben Monaten immer wieder gelesen habe dann das dort oft das Wort Seelenessen, Soolfood viel. Aber nicht im positiven. Sehr oft wurden die Worte immer mit negativem in Verbindung gebracht. Die Seele wurde mit Essen gestreichelt wenn es ein Problem gab, Frust herrschte, man keine Lust auf was auch immer hatte, man am aufgeben war, das Wetter schlecht … Ich könnte das jetzt noch mindestens eine halbe Seite so fortsetzen. Immer ging das Wort Soulfood mit was negativen einher. Deshalb mag ich es nicht und benutze ich es auch nicht.

Und dabei fällt mir auch gerade was anderes auf. Warum müssen wir immer alles verdenglischen oder in englisch raushauen? Haben wir keine eigenen Worte in unser Sprache für solche Worte? Oder hat das einfach was mit dem Mithalteeffekt zu tun auch weiter jung und angesagt zu klingen obwohl wir in Wirklichkeit schon alt sind.

Mich nervt es oft das mir in einigen Blogposts oder Instagramfeeds zwischen all den deutschen Sätzen immer wieder englische Worte entgegen geschleudert werden das ich mich manchmal frage für wenn schreiben diese Leute eigentlich? Für 15 jährige die sich gerade gerade auf dem Selbstfindungstripp sind oder Erwachsenen den sie zeigen müssen wie „hip“, „cool“ und jung sie selber noch sind.

Doch zurück zum Soulfood. Ich musste echt eine Weile überlegen wie ich dieses schreckliche Wort in was positives übersetzen konnte. Und dann viel bei mir der Groschen. Lieblingsgericht. Früher sind wir doch auch zu Mama oder Oma gelaufen und haben sie gefragt. Könntest du heute Spagetti mit Tomatensoße kochen. Das ist mein Lieblingsgericht. Ich stelle mir gerade vor ich würde zu meiner Oma gehen und fragen: Mensch Oma, wie wäre es mal wieder mit Milchkartoffeln kochen. Das ist mein Soulfood. Sie würde mich wohl anschauen mir einen Vogel zeigen und zu mir sagen: Wat willst Du Dirn? Sprich mit mir deutsch oder zumindesten polnisch vorwärts.

Klingt ja auch irgendwie doof, sein Lieblingsessen so einzufordern. Und damit kommen wir zu einem meiner Lieblingsgerichte im Winter. Ich liebe Eintöpfe. Gerade jetzt wo es nass kalt und grau ist, da ist so ein bunter Eintopf viel wert.

Warum heißt das gute Stück nun einfach durcheinander? Ganz einfach, weil alles das an Gemüse rein kommt was im Haus ist. Eben bunt durcheinander.

Hier also das Rezept

Ein Bund Suppengemüse, 1 Glas grüne Bohne, 5 Kartoffeln, 100g Erbsen und Möhren, 100g Rosenkohl, 200g Kassler, 1 Päckchen Gemüsepaste, 1l Wasser, 1 El Rapsöl. Pfeffer, Thymian und Muskatnuß

Gemüse putzen bzw waschen und kleinschneiden. Das Öl im Topf erhitzen. Das Suppengemüse und die Kartoffeln dazu geben und kurz anrösten.

Nach und nach das restliche Gemüse dazu geben. Kassler in Würfel schneiden und unter das Gemüse rühren.

Mit dem Wasser ablöschen. So bald dieses kocht die Gemüsepaste unterrühren. Ihr könnt aber auch alternativ Gemüsefond oder Brühe nehmen. Nun das ganze mindestens 45 Minuten kochen lassen.

Anschließend mit Pfeffer, Thymian, Muskatnuß und Schnittlauch würzen und noch mal 10 Minuten köcheln lassen.

Wie auch bei allen anderen Eintöpfen gilt auch hier je häufiger er aufgekocht wird um so besser schmeckt er.

Habt ein schönes Wochenende

HoT, Kreativ und Froh, Samstagsplausch, Lieblingsstück, Niwibo, Creativsalat, Creativ Lovers

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9 Kommentare

  1. Lieblings essen sind wunderbar. Und Eintöpfe ebenfalls.
    Gutes Gelingen und Mahlzeit
    Liebe Grüße
    Nina

  2. Liebe Sanni,
    WOW Glückwunsch, 20 kg abzunehmen, das ist ja mal eine Leistung!! Gratulation, und ich kann deinen Unmut zu dem Thema Soulfood verstehen. Ich denke es ist eine dieser Modeerscheinungen, um einen Beitrag besonders hervorzuheben oder einfach aus dem Zenit herauszuragen. Ich finde, jeder sollte sein Ding machen. Also mach weiter so und Dankeschön für das Rezept! Liest sich sehr gut, wenn doch nur meine Familie mehr Gemüse essen würde *lach*, dann … . Aber ich denke nochmal darüber nach. Vielleicht kriege ich zumindest meine Tochter rum *grins*. Hab einen wunderschönen Tag!
    Herzliche Grüße ❤️
    Annette

    P.S. Lieben Dank für die Verlinkung zur Creativsalat #2 Linkparty. 🙂
    Ich habe mich sehr darüber gefreut.

  3. says:

    Tja, verstehe ja einerseits was Du meinst, jedoch finde ich dieses mehr oder minder eingedeutschte Wort ganz praktisch in der Kombination und schön. Es beinhaltet für mich, mir einen (!) Leckerbissen zu gönnen, der mich beschwingt für Momente abheben lässt…

    …die Meinungen dürfen differenzieren, keine Frage. Der beschriebene Eintopf findet meine Zustimmung. Ich bin begeisterte Suppenkasparin.

    Liebe Grüße von mir zu Dir, Heidrun

  4. Englische Wörter machen die deutsche Sprache nicht besser. Aber ab und zu einen Helvetismus einschleusen darf schon sein. Das ist für die Seele. Im Übrigen ist Hunger der beste Koch, und dann ist ein Butterbrot ein Festessen. Ich bin voll der Rösti-Rüebli-Typ, am liebsten auf dem Holzherd gekocht. Liebe Grüsse von Regula

  5. Pia Verena says:

    Eintopf steht bei mir hoch im Kurs, einmal kochen mehrmals essen das ist doch einfach wunderbar. Und in den Keller und Garten zu laufen und dann einfach mit dem was da ist was feines kochen das ist für mich Glück und tut der Seele und dem Magen gut.
    L G Pia

  6. says:

    Winter und Eintopf das passt absolut gut zusammen…ich liebe sie auch, die leckeren Eintöpfe.

    Liebe grüsse
    Augusta

  7. says:

    Hallo Sanni,
    ich liiiiieeeebe „Durcheinander“. Es ist eines meiner Leibgerichte. Bei meiner Oma hieß es auch „Quer durch den Garten“.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    Liebe Grüße
    Ivonne

  8. huhu sannilein!!! ich schliess mich da mal an :0) das wort leibgericht trifft es da doch besser oder eben lieblingsgericht….dein eintopf schmeckt sicher lecker und ist perfekt, wenn es draussen grau und ungemütlich bzw. kalt ist :0) zu meinem geburtstag gab es auch immer mein lieblingsgericht, das durfte ich mir wünschen: Brathähnchen, Pommes und grünen Salat :0) hab noch einen schönen sonntag und ganz lg aus dänemark, ulrike :0)

  9. Ja, es werden immer mehr Wörter benutzt, die mit unserer Sprache nichts zu tun haben. Allerdings finde ich das Wort Soulfood schon angenehm. Wortwörtlich übersetzt hört es sich doof und negativ an. Ich würde es eher so wie „Gemütlich-essen“ oder „Genießer-essen“ übersetzen.
    Meine Oma hätte es jedenfalls auch nicht verstanden.
    Ich werde mal sehen, was ich genießerisch dem Kerl heute auf den Tisch stelle. Denn bei dem Wetter muss es was für das Wohlbefinden sein.
    Lieben Gruß
    Andrea

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