Mein Leben mit Herr Fuchsberger & Miss la Diva

Cera – für immer und ewig

Ihr Lieben, die meisten von euch wissen das Cera am 27.10.2021 den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Es war ein langer Kampf. Für sie, für mich, für alle. Doch es war mir wichtig ihr so viel Zeit wie nur irgendwie zu geben. Und deshalb soll dies heute Ceras Abschiedsbeitrag sein. Doch es wäre nicht Ceras Beitrag wenn er nicht etwas besonders wäre. Er soll ein Gedenken für die kleine Diva sein. Aber auch nachdenklich stimmen, denn diesem Beitrag geht es auch um das Thema Krankheit und Tod.

Themen die unliebsame sind und gerne von uns allen verdrängt werden. Egal ob es um Mensch oder Tier geht.

Doch erst einmal soll die kleine Diva oder Prinzessin ihren ganz persönlichen Abschied haben. Also Auftritt Cera.

Ich muss jetzt mal beim Urschleim anfangen. Und der beginnt im Jahr 2016. Lange bevor Cera zu mir kam.

Eines der ersten Bilder

Ich war damals fertig mit meinem Job. Ich hasse ihn war ausgelaugt und müde. Wer in der Pflege arbeitet weiß was ich meine. Kurz ich warf hin und nahm einen anderen Job an. Schlecht bezahlt und auch nicht befriedigend. So das ich nach sechs Monaten beschloss wieder zurück in die Pflege zu gehen. Damals bewarb ich mich in einem Haus das erst aufmachen sollte. Ich hatte im August mein Vorstellungsgespräch. Bevor ich los fuhr knuddelte ich meinen Kater Blacky Fuchsberger und bat ihn mein Glückskater zu sein. Ich versprach ihm wenn ich den Job bekomme sollte er ein Geschwisterchen bekommen.

Ich mache es kurz. Das ganze stand nicht gerade unter einem guten Stern. Kaum war ich aus dem Haus regnet es. Den Schirm hatte ich selbstverständlich zu Hause vergessen. Die Bahn blieb plötzlich stehen so das ich zur Straßenbahn rannte und zu spät zum Gespräch kam. Aber ich bekam den Job doch noch am gleichen Tag und sechs Wochen später eine Beförderung. Damit musste ich mein Versprechen halten.

Eins war klar. Wer immer hier auch einziehe würde sollte genauso wie Blacky, vom Tierschutz kommen. Seit geraumer Zeit folgte ich dem Katzenschutzbund Rostock und dort standen vier süße kleine Katzen zur Vermittlung bereit. Doch irgendwie könnte ich mich nicht so recht für eine entscheiden. Warum sollte ich am 31.10.17 erfahren. An dem Tag wurde Cera für die Vermittlung frei gegeben. Cera hatte ein tragisches Leben zu dem Zeitpunkt schon hinter sich. Man fand sie an der Stadtautobahn halb verhungert. Quadernass, nur noch Haut und Knochen und voller Ekzeme. Andrea, bei der Cera die ersten fünf Monate lebte erzählte mir später das sie sie rund um die Uhr fütterte.

Cera sollte als Einzelkatze vermittelt werden. Was sonst unüblich war. Also ein ruhiges zu Hause bekommen. Doch ich war so verliebt das ich mich auf sie bewarb und das obwohl hier schon Herr Fuchsberger lebte. Dazu muss ich sagen das Blacky ein sehr ruhiger Zeitgenosse ist.

Am nächsten Tag hatte ich schon Anwort vom Katzenschutzbund. Ich rief gleich früh an und telefonierte mit dem Mädel eine halbe Stunde. Zwei Tage später hatte ich meine Begehung. Blacky bekam was von Cera zum beschnuppern und Cera was von Blacky. Beide zeigten keine Reaktion auf einander. Am Ende der Woche zog Cera bei mir ein.

Ich werde nie ihren ersten Blick vergessen. Total arrogant. Eben eine echte Diva. Und das brachte ihr dann auch schlussendlich den Beinamen la Diva ein. Ihr Name war die nächsten vier Jahre Programm. Sie entschied wenn sie mochte. Wenn die Prinzessin den Kopf huldvoll neigte durfte man sie zwischen den Augen streicheln. Neigte sie dann den Kopf zur Seite hieß es Köpfchen kraulen. Aber wehe sie fauchte, dann sollte man schleunigst aufhören oder man bekam eine geknallt. Hier hat so manch einer Lehrgeld gezahlt. Cera hat auch immer den armen Hermesboten anfaucht. Der konnte das nie verstehen. Übrigens einen besseren Wachhund Verzeihung Katze als Cera gab es nicht. Die knurrte schon bevor ich die Nachbarn hörte. Ihre Lieblingsbeschäftigung war Mäuse zu apotieren oder die Kiste mit den Spielsachen auszuräumen. Das mit den Einräumen… na gut lassen wir das.

Katze im Vordergrund und Kater im Hintergrund

Doch zurück zum Anfang. Die ersten Wochen waren der echte Horror. Cera wohnte unter dem Sessel im Wohnzimmer oder unter dem Bett im Schlafzimmer. Blacky jaulte nur und Cera fauchte nur. Doch dank eines gewissen Steckers in der Steckdose wurde es dann bald besser. Nach zwei Wochen ließ sich Tausendschönchen dann auch eines Abends Mitte November endlich blicken. Sie ließ sich Leckerlis geben und am Abend darauf durfte ich sie zum ersten Mal streicheln. Als eine Woche später der Weihnachtskalender sein erstes Türchen öffnete war das Eis gebrochen.

Im Laufe der Zeit entwickelt Cera ihre eigenen Rituale. Wie abends ins Bett kommen um gute Nacht zu sagen. Und wehe ich ignoriere sie, dann landete schon mal ein Pfötchen auf dem Arm. Ein Buch lesen war im Bett fast unmöglich geworden. Genauso war es morgens. Ausschlafen mit Blacky und Cera vergesst es. Cera starte mich so lange an biss ich wach war. Und wenn das nicht funktioniert, dann kam die Pfote und wenn das noch nicht reichte dann wurde das Stimmchen erhoben.

Küchenverbot mit Cera vergesst es. Ein Fingerzeig und das laute Wort raus reichten um Cera aus der Küche zu bekommen, damit sie am Ende zehn Sekunden später dickköpfig wieder hinter mir stand. Und glaubt mir Miss la Diva konnte sehr dickköpfig sein.

Püppi war übrigens wie alle Katzen verfressen. Aber auch sie hatte ihre Vorlieben und Abneigungen. Cera hat von je her lieber Nassfutter gefressen. Blacky bevorzugt Trockenfutter. Also gab es nie Fütterungsprobleme hier. Lustig war immer nur das beide immer erst in den Napf des anderen geschaut haben. Es könnte ja was besseres drin sein. Cera liebte übrigens Leberwurst aus dem Glas. Und wehe ich habe das Glas nicht schnell genug geöffnet und die Wurst rausgerückt na dann war hier was los.

Cera war auch eher eine Drinnenkatze. Ich vermute mal das hat was mit ihrem traumatischen Erfahrungen zu tun. Nur selten ging sie rauf auf Gartonin und das obwohl der so Katzenfreundich gestaltet war. Aber wenn sie draußen war, dann schien sie es zu genießen.

Ich könnte unendlich viele Geschichten von ihr erzählen doch dann würde dieser Post nie fertig. Deshalb werde ich diesen Beitrag für heute beenden. Wie ich Ceras Krebs entdeckte, was sich dadurch in ihrem und meinem Leben veränderte und wie ich am Ende mit ihrem Tod umgangen bin erzähle ich euch im zweiten Teil von Cera – für immer und ewig.

Ihr müsst euch aber noch etwas gedulden, denn Cera ist noch nicht von ihrer allerletzten Reise zurück.

Heute ist der 7 November 2021. Heute vor vier Jahren ist Cera la Diva, die dickköpfige Prinzessin, mein Tausendschönchen und Püppi hier eingezogen. Andrea vom Katzenschutzbund hat ihr ein zweites Leben geschenkt und ich ihr ein wunderbares Zuhause. Ruhe in Frieden mein kleiner Schatz. Ich wünschte ich hätte Dir noch mehr Zeit schenken können.

Deine Mama und

Samstagsplausch

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4 Kommentare

  1. moin liebe sanni,
    das ist so schön geschrieben, deiner kleinen Diva richtig würdig! Cera hatte bei dir ein schönes Katzenleben, leider viel zu kurz. Aber sie hat erfahren, das nicht alle Menschen schlecht sind….Leberwurst aus dem Glas, da würde ich auch nicht nein sagen :0) Du hast wunderbare Bilder ausgesucht, die deine kleine Cera so wiedergeben, wie sie war, stolz und wunderschön. Auch Herr Fuchsberger wird sie sicher sehr vermissen :0( Ich finde es immer wieder unfassbar, was Menschen Tieren antun können. Mir ist immer noch schlecht vom Zeitungsartikel hier gestern. Na das ist was anderes. Wenn wir je wieder eine Katze haben sollten, dann aus dem Tierheim, ganz sicher. Das habe ich von dir gelernt, Sanni… bis morgen dannn…ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

  2. Ich bin traurig zu hören, dass Cera gestorben ist. Es wird einsam ohne sie.Vielleicht wird eine andere Diva in Ihr Leben eines Tages eintreten.

    1. says:

      I don’t know yet if I will adopt another cat. Because Blacky is now eight years old and actually too old to be merged.

  3. Ich finde es sehr schön, wie du von deiner Diva schreibst!
    Ohne meine Tiger mag ich tatsächlich gar nicht mehr sein.
    Lieben Gruß
    Andrea

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