Mein Leben mit Herr Fuchsberger & Miss la Diva

Cera – für immer und ewig Teil 2

Es wird Zeit für den zweiten Teil von Ceras Abschiedspost. Noch nie ist es mir so schwer gefallen einen Blogpost zu schreiben wie diesen. Ich habe mich wirklich lange davor gedrückt. Doch ich muss den Tatsachen ins Auge sehen. Ich kann es nicht länger vor mich her schieben.

Im ersten Teil habe ich euch vom ganz normalen Leben mit Cera erzählt. Cera ist wirklich nicht immer einfach gewesen. Das lag aber auch daran das sie schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Es gab nur einen Menschen in den vier Jahren hier der sie bedingungslos vertraute – mir. Deshalb gab ich Cera schon nach wenigen Wochen das Versprechen das sie bleiben darf. Für immer und ewig. Ich ahnte damals noch nicht welche Bedeutung diese Worte haben würden.

Cera war noch nicht einmal ein Jahr bei mir als ich eines Tages einen Knoten bei ihr ertastet. Die Prinzessin liebte den großen Kratztower sehr. Wann immer es ging tobte sie sich daran aus. Leider blieb sie oft auch an dem Teil hängen. So auch an dem besagten Tag im August. Ich strich ihr zur Beruhigung über den ganzen Rumpf, das machte ich immer so bei ihr, um ihr dann beim Krallenproblem zu helfen. Doch diesmal ertastet ich eine kleine Beule unter den linken Forderbein. Ich dachte mir nichts dabei. Als ich aber vier Wochen später die gleiche Beule immer noch spürte würde ich stutzig. Da ich ich eh zum Tierarzt musste würde ich mit dem Problem gleich mal vorstellig. Und erhielt die Diagnose Fibrosarkom. Ein Krebs für den es keine Heilung gibt. Ich nahm Cera mit nach Hause. Belas mich noch am gleichen Abend und konnte es nicht fassen. Cera war noch viel zu jung für diese Sch… . Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und heulte nur. Bis, ja, bis Cera plötzlich neben mir auftauchte und mich mit diesem wunderbaren liebenswerten Blick anschaute. Da war mir klar das ich alles, wirklich, alles tun würde um ihr ein langes Leben zu geben. So lange wie es eben nur ging.

Das Leben ging in den nächsten zweieinhalb Jahren recht gut weiter. Cera verhielt sich normal. Fraß gut, drohte Blacky und Theo, dem Nachbars Hund Prügel an. Ja, sie hatte ihre Jungs im Griff. Nur der verfluche Tumor bereitete mir Kopfschmerzen, denn er wuchs. Erst langsam, dann immer schneller. Vielleicht lag es auch daran, das Cera an ihm leckte. Ich verpasste ihr einen Leckschutz. Aus dem sie schneller raus war als Hundini. Ich versuchte es mit einer speziellen Halskrause, die sie nicht so sehr einschränkte. Aber es half alles nichts.

Im Mai 2021 brach der Tumor auf. Ich weiß noch das sie zu mir aufs Sofa zum schmusen kam und unter ihr tropfte das Blut nur so raus. Cera tat so als ob nichts sei. Ich schnappte mir mein kleines Mädchen legte einen Druckverband an und fuhr zum Tierarzt.

Der Schock war groß. Der Tumor offen und mein Tiearzt wollte sie einschläfern. Wir hatten das Thema schon lange besprochen. Doch Cera war alles andere nur keine sterbende Katze an dem Tag. Ich glaube ich war fast eine Stunde im Behandlungszimmer und nahm Cera am Ende wieder lebendig mit. Das hatte ich ihrv zwei Stunden vorher so versprochen. Mein Tierarzt machte sich Vorwürfe, weil wir ursprünglich ja schon das Thema besprochen hatte. Er glaubte mich nicht richtig aufgeklärt zu haben. Doch hatte er. Aber ich war noch nicht bereit Cera aufzugeben. Cera, meine kleine Kämpferin, schien das auch so zu sehen.

Die nächsten zwei Nächte heulte ich mich in den Schlaf. Ich konnte es nicht fassen, mein kleines Mädchen ging wirklich auf ihr Ende zu. Nun war sie endgültig eine Pallicare Katze. Und was machte Cera. Sie kam in den beiden Nächten zu mir ins Bett, kuschelte sich an mich und blieb die ganze Nacht. Das hatte sie noch nie gemacht. Gute Nacht sagen, ja. Kuscheln im Bett, immer. Aber die Nacht bleiben noch nie. Sie wusste wie schlecht es mir ging.

In den nächsten Monaten stellte ich mein ganzes Leben für Cera auf den Kopf. Alle paar Tage musste ich den Verband wechseln, da kamen wir beide nicht drum herum. Cera Begriff schnell das, wenn sie still hielt war sie schneller vom Tisch wieder runter kam. Das Verbandzeugt hat mich in den sechs Monaten ca 200 Euro gekostet. Mullbinden, Selastikbinden, da Cera den Leckschutz weiter ablehnte, Pflaster, Tupfer, Desinfektionsspray und Handschuhe. Ihr seht das kann ins Geld gehen. Cera bekam nur noch ihr Lieblingsfutter, plus Leckerlis und Leberwurst. Die hat sie bis zum Schluss gefressen.

Der Krebs kostete sie viel Kraft und Energie. Cera war eh immer ein zartes Persönchen. Aber fressen konnte sie wie eine siebenköpfige Raupe. In den letzten zehn Wochen fütterte ich sie vier mal am Tag.

Doch ich konnte den langsamen Tod nicht aufhalten. Cera fiel das laufen in den letzten Tagen immer schwerer. Sie atmete schwer und nahm immer mehr ab. In der Nacht vom 26. zum 27. Oktober hatte sie dann eine Panikattacke. Ich saß heulend mit ihr auf dem Badezimmerboden und schlief am Ende im Schlafzimmer mit ihr auf dem Fußboden. Nur um sie nicht alleine zu lassen. Ceras letzter Liebesbeweis an mich sie legte ihre kleine Pfote in meine Hand. Ich wusste ich muss ich gehen lassen.

Ich rief im Laufe des Tages meinen Tierarzt an und fuhr abends mit Cera alleine zu ihm. Cera und ich hatten noch ein langes Gespräch in dem ich alleine Liebe für dieses kleine Geschöpf legte. Ich machte noch eine Videoschalte zu meiner Schwester. So das sie sich von ihr verabschieden konnte.

Mein Tierarzt ist ein toller Mensch. Nicht so ein Seelenloser Geldabzocker. Ihm liefen auch die Tränen nur so übers Gesicht nachdem Cera eingeschlafen war.

Wie ihr seht ist auch dieser Post recht lang geworden. So das ich noch einen dritten und letzten schreiben werde. So ist Cera eben. Eine echte Diva und die braucht ihre Zeit. Auch für ihren Abschied.

Cera ist übrigens am 11 November wieder zu Hause angekommen. Was ich genau mit ihr gemacht habe und welche Abschiedsrituale es hier gab. Das erzähle ich euch im letzten Teil von Cera – für immer und ewig.

Habt ein wenig Geduld mit mir. Ich brauche im Moment einfach Zeit das alles zu verarbeiten. Es wird auch bald wieder kreatives hier geben. Danke noch mal für eure Lieben Worte hier im Blog, auf Instagram, per Nachricht und Whatsapp.

Samstagsplausch

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3 Kommentare

  1. Liebe Sanni,
    ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Mir laufen hier grad die Tränen. Auch die Bilder von deiner kleinen Cera sind so schön, man hat immer das Gefühl, sie durchschaut einen, so ein richtiger Dumbledore Blick. Ich hätte dir diesen Gang zum Tierarzt gerne erspart, das war auch für mich furchtbar, obwohl es das Einzige war, was akzeptabel ist. Du hast dich wunderbar um Cera gekümmert, besser hätte sie es nicht haben können und sie hat ja auch alle Liebe zurückgegeben. Es ist schön das du sie jetzt wieder bei dir hast, hätte ich die Möglichkeit gehabt, hätte ich das auch gemacht. Es war eben nicht „nur eine Katze“. Der Post ist so schön geschrieben, Sanni. Ich umarme dich nochmal ganz doll und drück dich, das braucht Zeit das alles zu verarbeiten, nimm sie dir einfach, das muß sein. Ganz LG aus Dänemark, Ulli

  2. says:

    Das tut mir so leid um Cera, so eine schöne Katze und du hast doch auch dein möglichstes getan. Ich kann dich sehr gut verstehen.
    Es ist ein schöner Post geworden, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Ich wünsche dir alles Liebe und ja, es braucht alles seine Zeit.
    Liebe Grüße Eva, die genau weiß, wie es ist von einer Katze Abschied zu nehmen.

  3. Oh man, da hast du und Cera eine Menge durchgemacht.
    Trotz allem liebe Sonntagsgrüße
    Andrea

Kommentare sind geschlossen.