Mein Leben mit Herr Fuchsberger & Miss la Diva

Cera – für immer und ewig Teil 3

Dies ist nun der wirklich letzte Beitrag über Cera. Die kleine Diva hat mit diesen dreiteiligen Beitrag ihren ganz großen und ich auch einen sehr persönlichen Auftritt gehabt. Doch es soll, nein es muss so sein, den Cera und ich, wir wollen zum Nachdenken anregen.

Viel zu oft machen wir Dinge ohne uns vorher über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Denn sein wir mal ehrlich. Wer denkt schon über Krankheiten und Tod und die damit entstehenden Kosten nach wenn uns dieses süße Kitten oder die wunderschöne Katze anschaut und uns um die Beine geht. Wohl die wenigsten.

Zum ersten mal habe ich mich vor zwei Jahren mit dem Thema Tod eines Tieres und was mit ihm jetzt passieren soll befassen müssen. Falco, der Couchbesetzer meiner Eltern war im Alter von sechs Jahren einfach umgefallen und tot. Meine Eltern waren nicht in der Lage irgendwas zu unternehmen. Also googelte ich und fand zufällig die Firma Rosengarten Tierbestattung in Rostock.

Rosengarten Tierbestattung ist ein Deutschlandweites Unternehmen die sich auf das kremieren von Haustieren spezialisiert haben. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten seinem Tier die letzte Ehre zu erweisen. Ich werde jetzt nicht auf die einzelnen Möglichkeiten eingehen. Schaut euch einfach auf der Homepage um.

Als ich vor rund drei Jahren erfuhr das Cera Krebs hat dachte ich noch gar nicht über das Thema Tod und wie geht es weiter nach. Warum auch? Das ganze war für mich weit weg. Cera ging es gut und wenn es nach mir ginge, dann würde das mindestens noch zehn Jahre so gehen. Doch das Schicksal sah das anders.

Nachdem ich im Mai die Schockdiagnose bekam fing ich an mich mit dem Thema anzufreunden. Eigentlich ist das das falsche Wort. Da ich aber aus dem Gesundheitswesen komme und selber jahrelang Palliativ Care Betreuung gemacht habe nenne ich es jetzt so.

Ich fing an Ceras Beerdigung vorzubereiten. Es gibt sicher viele Möglichkeiten sein Tier zu bestatten. Wer einen Garten hat wird das in der Regel dort tun. Mit einer Pflanze oder hübschen Stein drauf. Mit unseren Minipapageien haben wir das ja auch so gemacht. Doch für Cera kam das nicht in Frage. Cera mochte nie gerne raus gehen. Wahrscheinlich durch ihr Trauma, dank ihres Vorbesitzers. Der Tierfriedhof und Garten viel damit für mich raus. Blieb also nur noch die Möglichkeit Urne im Regal. Damit konnte ich Leben.

Auf der Homepage des Bestatters findet ihr unzählige Urnen. Sicher ist so was nicht günstig. Aber es ist halt auch für die Ewigkeit. Von der einfachen Urne bis hin zur Skulptur gibt es fast alles. Bilderrahmen, Schmuck. Ich glaube jeder wird da was für sich finden.

Cera war ihr Leben lang eine Diva. Also sollte ihre Urne so auch sein. Eigentlich wollte ich eine Urne wie Falco sie hat haben, aber in grau. Leider gibt es die nicht mehr. Also entschied ich mich für ein anders Modell in weiß mit einem Halsband mit einem Swarovski Kristall in rosa. Ceras eigentliches Halsband war ja auch rosa. Ihr Name sollte auf der Urne stehen. Aber keine Daten weiter. So ist nicht sofort ersichtlich das es sich um eine Urne handelt. Ich fand die Idee mit dem Pfotenabdruck auch sehr schön. Und mehr hatte ich erstmal nicht geplant. Erst an dem Tag als ich Cera wieder zurück bekam viel mir auf wie klein ihre Pfötchen waren. Sie war ja eh schon viel kleiner als Blacky, Blanka, Falco und Paulchen. Aber da wurde mir das erst so richtig bewusst.

Je schlechter es Cera in den letzten Wochen ging um so mehr fing ich hier an mit verschieden Ritualen. Ich ließ unzählige Schnappschüsse von Blacky und Cera, zusammen und alleine, Rahmen und hängte sie auf. Die Musik die hier lief passte zu meiner traurigen Stimmung. Ich ging kaum noch aus dem Haus. Nur zur Arbeit und einkaufen. Ich wollte soviel Zeit wie möglich mit ihr verbringen. Und dann starb sie.

Ich nahm Cera mit nach Hause. Bettet sie auf ihren Lieblingsplatz zusammen mit ihrer Lieblingsmaus. Cera hat diese Maus echt geliebt. Ein paar Blümchen. Ich rief den Bestatter an und vereinbarte einen Termin für den nächsten Tag. Cera sollte noch eine Nacht zu Hause bleiben. So das ich mich in Ruhe von ihr verabschieden konnte. Das gleiche galt auch für Blacky. Der immer wieder ihre Nähe suchte. Blacky hatte übrigens Tagelang ganz nasse Augen. Er sucht Cera immer noch. Auch sein ganzes Verhalten hat sich verändert. Tiere trauern also auch/ doch. Er steht vor Ceras Schlafplätzen schaut hinein oder drunter. Manchmal bleibt er einfach stehen und horcht. Als ob er was hört. Das geht mir übrigens auch so.

Am nächsten Morgen kam dann ein Mitarbeiter der Tierbestattung. Ich muss schon sagen die Mitarbeiter haben wirklich keinen leichten Job aber machen das mit viel Liebe und Empathie. Für mich war das ja nicht die erste Einärscherung und deshalb war ich auch schon gut vorbereitet. Cera lag gut eingepackt mit ihrer Maus bereit. Die Urne und der Pfotenabdruck standen für mich fest. Ich entschied mich dazu ihren Namen, in dem Fall nur Cera, auf die Urne Lasern zu lassen. Kein Datum. Das wollte ich nicht. So sieht das ganze nicht so sehr nach Urne aus. Spontan entschied ich mich noch für ein Armband desen Erlös zu Gunsten der Rosengartenstifung geht. So tut Cera sogar im Tod noch was gutes.

Nachdem alle Formalitäten geklärt waren durfte ich Cera selber in den Transportbehälter legen. Ich werde das Gefühl wohl nie vergessen. Ehrlich gesagt ich will es auch gar nicht vergessen.

Zwei Wochen später kam dann der Anruf das ich Cera abholen kann. Es war schon ein komisches Gefühl sie in der Urne zu sehen. Das ganze wurde liebevoll in einer Kiste mit Blume, Beileidskarte arrangiert. Den Pfotenabdruck bekam ich separat. Auch hier nahm sich eine Mitarbeiterin Zeit für ein Gespräch. Das bei mir nur so die Tränen kullerten könnt ihr euch wohl vorstellen.

Die Bücher kommen noch weg.

Inzwischen ist Cera zu Hause angekommen. Sie steht jetzt auf dem Bücherregal, das zu Beginn immer ihr bevorzugter Schlafplatz war. Von dort aus kann sie, bis auf die Küche, alle ihre Lieblingsplätze einsehen.

Langsam kehrt hier ein bisschen Ruhe ein. Aber es wird wohl noch dauern bis wir den Verlust unser kleinen Diva überwunden haben. Ich merke auch wie sehr Blacky Fuchsberger sich verändert hat. Er sucht seine kleine Schwester immer noch. Trauerbewältigung mit Tieren ist auch nicht einfach. Wir Menschen können reden und unseren Gefühlen freien Lauf lassen. Bei Tieren ist das nicht so. Dazu werde ich im neuen Jahr noch mal einen Blogpost schreiben.

Da heute Totensonntag ist und wir unsere lieben verstorbenen heute gedenken fand ich den Beitrag für heute als Abschluss sehr passend. Ulrike von Ulrikes Smaating und ich, wir haben noch was besonders für unseren beiden verstorbenen Katzen Maunz und Cera geplan. Aber dazu erfahrt ihr dem nächst mehr.

Samstagsplausch

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