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Trauerarbeit mit Tieren

Ihr Lieben, die Mehrheit von Euch weiß das ich im letzten Jahr schweren Herzens Abschied von einem meiner Couchbesetzer nehmen musste. Sechs Monate ist das nun her und seitdem lag der Bereich Couchbesetzer hier brach. Zu viel Schmerz und Leid ist seitdem passiert.

Cera ist nur einer von drei Krebsfällen und der erste von zweien mit tödlichen Ausgang die mich hier beschäftigen. Doch heute soll es nicht um dieses A… von Krankheit gehen sondern um die Trauerbewältigung mit Tieren, denn wer mehr als ein Tier hat und schon einmal in meiner Situation war weiß auch Tiere trauern und spüren den Verlust.

Das Thema ist nicht ganz einfach und jeder geht damit auch anders um. Aber ich finde es wichtig auch Tieren den Raum für Trauer zu geben, denn sie spüren nicht nur unseren Gemühtszustand sondern sie merken ja auch das was anders ist.

Veränderungen

… sind wenn ein Tier krank, alt oder gar im sterben liegt unausweichlich und wie beim Menschen müssen wir auch hier mit viel Einfühlungsvermögen vorgehen. Blacky war und ist schon immer wilder gewesen als seine kleine Schwester. Er ist ja auch ein Junge. Aber Cera wusste sich immer gegen ihn zu währen bis die Krankheit anfing sie zu schwächen. Woran ich das ausmachte? Sie fing an sich zu verstecken. Erst auf den Stühlen unter dem Esstisch und als sie da nicht mehr hoch kam unter dem Bett. Ich baute ihr dort ein Lager fütterte sie dort und wenn sie meine Nähe wollte kam sie von alleine.

Blacky verstand das nicht, wollte es nicht bzw war in dem Fall der stärkere von beiden. Als sein Verhalten überhand nahm gab ich ihn Tagsüber zu meinen Eltern in den “ Katzenkindergarten“. So das Cera ihre Ruhe hatte.

Doch je näher ihr Tod rückte um so ruhiger wurde Blacky und er verhielt sich Cera gegenüber entspannter. Auch Tiere halten Totenwache bzw machen Sterbebegleitung. Das habe ich früher auch schon bei meinen Papageien so erlebt.

Der Abschied vor dem Tod

Der Tag der Entscheidung ist unausweichlich. Ich werde jetzt nicht im Detail darauf eingehen und auch nicht die letzten Fotos von Blacky und Cera mit euch teilen. Auch finde ich das zum einen zu persönlich, schmerzvoll und auch Cera gegenüber nicht fair, denn sie hat sich in den letzten beiden Wochen rasant verändert.

An ihrem letzten Tag habe ich ihre und meine Lieblingsdecke auf den Boden gelegt. Die Nacht zuvor haben Blacky und ich mit Ihr schon auf dem Fußboden geschlafen. Ich stellte die Futternäpfe der beiden auf die Decke. Lege Cera darauf und Blacky legte sich mit einem kleinen Abstand zu ihr. Später brachte ich ihn zu meinen Eltern und vereinbarte den letzten Schritt für Ceras Erlösung.

Bevor ich jedoch dies tat holte ich Blacky nach Hause. So das er sich von ihr noch verabschieden konnte. Keiner von uns weiß in wie weit Tiere das verstehen, deshalb lasse ich das jetzt mal unkommentiert.

Fakt ist, und das habe ich schon mehrfach gelesen, soll man das tote Tier wieder mit nach Hause nehmen, falls der letzte Schritt nicht sogar zu Hause vorgenommen wurde, damit das überlebende Tier auch begreift warum der Spielkamerad oder Geschwisterteil nicht mehr da war.

Abschied nach dem Tod

Als ich mit Cera wieder heim kam lief Blacky unruhig um ihre Transporttasche rum. Er hat wohl gespürt das was anders war. Ich ließ ihn erst einmal gewähren, weil ich mich auch erst fassen musste. Das war schon der härteste Schritt meines Lebens. Ich bahrte Cera dann auf ihrem Lieblingsplatz auf. Blacky blieb dir ganze Zeit bei mir, aber mit einem gewissen Abstand. Erst als ich von Cera wegging lief er zu ihr. Er ging weg und wieder hin. Machte Männchen. Blacky hat sehr schnell begriffen was los war. Und von dem Moment an veränderte er sich. Er hatte Tränen in den Augen. Auch wenn es jetzt bestimmt wieder Leute gibt die sagen das gibt es nicht. Tiere weinen nicht. Eine Freundin von mir, mit der ich noch am gleichen Abend Video telefoniert habe hat es auch gesehen.

Ein Bild aus glücklichen Tagen.

Die Nacht war für uns alle sehr unruhig. Ich weiß nicht wie oft wer von uns aufgestanden ist um nach Cera und Blacky zu schauen. Aber viel geschlafen hat in der Nacht keiner.

Auch am nächsten Morgen hat Blacky nach ihr geschaut. Als der Bestatter Cera abgeholt hatte ging Blacky zu Ceras Platz und schaute ganz vorsichtig nach ob sie nicht doch da liegt. Von dem Moment an veränderte er sich noch einmal . Blacky suchte Cera über viele Wochen noch. Immer schaute er vorsichtig bei ihren Plätzen vorbei. Die ersten Tage hatte immer wieder mal Tränen in den Augen. Er suchte meine Nähe jetzt viel mehr. Vielleicht wollte er mich trösten oder er suchte Trost. Auch heute, ein halbes Jahr nach Ceras Tod ist er noch anhänglicher. Er liegt ganz oft auf zwei ihrer Lieblingsplätze.

Was kann ich tun, wenn mein Tier trauert?

Gute Frage. Reden geht ja nicht. Schenkt ihm Aufmerksamkeit. Noch mehr als sonst. Ich habe auch die Augen zugedrückt, wenn er mal Blödsinn gemacht oder gequengelt hat.

Nachdem Cera wieder nach Hause gekommen war habe ich eine Stunde die Urne auf dem Tisch gestellt damit er sie beschnuppern konnte. Blacky hat sich neben die Urne gelegt und ist erst vom Tisch aufgestanden als ich sie auf ihren Platz gebracht habe.

Noch heute schnuppert er Ceras Urne ab wenn ich sie zum abstauben runter nehme. Und ich könnte schwören ich höre sie dann immer fauchen, weil sie das nie mochte wenn Blacky das tat.

Die Zeit heilt alle Wunden …

… ist ein echt doofer Satz. Noch heute schaut Blacky vorsichtig unters Bett, macht Männchen vor Ceras Lieblingssessel, schaut mit langem Hals auf den Stühlen nach ob Cera da liegt oder geht in Habachtstellung obwohl nichts zu hören oder zu sehen ist. Aber vielleicht ist Ceras Seele ja gar nicht aus dem Schlösschen geflogen und sie ist noch hier. Wer weiß denn schon was zwischen Himmel und Erde ist.

Sanni K.

Teetrinkerin, Selber- mach- Mädchen, Pflegemama von Herrn Fuchsberger & Miss la Diva, Miss Vio Frühaufsteherin und Vintagefan

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1 Kommentar

  1. nun hab ich dölmer auch den kommentarkasten gefunden- stöhn! der post hat mich mal wieder eine kiste taschentücher gekostet :0( so schön geschrieben, Sanni! solange Cera in deinen gedanken ist, spukt sie bestimmt auch noch im haus herum, da bin ich mir ganz sicher! gut, das man nicht nur an die schlimmen zeiten denkt, siondern auch an die lustigen und schönen Momente. Herr Fuchsberger braucht eben auch seine Zeit um alles zu verarbeiten und viel Kuscheleinheiten helfen da. Ich finde es gut, das er sich noch von seiner Freundin verabschieden konnte. Das hast du prima gemacht….ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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